Roman Polanski

Roman Polanski erhielt vor einem Monat die Goldene Palme von Cannes für seinen neuesten Film „ Der Pianist" (erscheint bei uns im Herbst). Wir nehmen dies zum Anlass, mal wieder ein paar seiner Filme zu zeigen.

Messer im Wasser

Polen 1961. 93 min. Auf dem Weg zu den masurischen Seen nimmt ein Ehepaar einen per Anhalter reisenden Studenten mit. Am Ziel angekommen, laden die Eheleute den jungen Mann ein, das Wochenende über bei ihnen auf dem Segelboot zu verbringen. Hinter subtiler erotischer Spannung und ständiger Bedrohung durch latente Gewaltbereitschaft offenbart sich in dem labilen Beziehungsdreieck als eigentliches Thema des Films die Kritik an der Verbürgerlichung der sozialistischen Gesellschaft Polens und der Verlust an menschlicher Substanz. Ein großartiger Filmklassiker in Schwarz-weiß.

Ekel

Ekel-Repulsion. England 1965, 105 min, Psychothriller. Eine sensible Londoner Maniküre ( Catherine Deneuve), die sich in einer von Männern dominierten Welt hilflos und bedroht fühlt, wird allmählich das Opfer ihrer Wahnvorstellungen. Sie dämmert in der Wohnung ihrer verreisten Schwester dahin und begeht schließlich in ihrer Verzweiflung einen Doppelmord. Von einer atmosphärisch dichten Milieubeschreibung ausgehend, macht sich die Inszenierung zunehmend den Blickwinkel der Heldin zu eigen und verfremdet den banalen Alltag zu einem Inferno schockierender Visionen.

Macbeth

England 1971. 140 min, Literaturverfilmung. Äußerlich wort- und werkgetreue Verfilmung von Shakespeares Tragödie mit starker Betonung der spektakulären Effekte, Blutrünstigkeiten und Scheußlichkeiten. Im Original.

Tanz der Vampire

England/USA 1967. 108 min, Horror-Filmkomödie. Ein alter Professor und sein junger Gehilfe, gehen in einem Karpatenschloß auf Vampirjagd und geraten in eine Familienfeier der Untoten. Amüsante Persiflage, Hommage an das alte Horror-Kino und zugleich Satire auf die tragikomischen Bemühungen bürgerlich-aufklärerischer Biedermänner im Kampf mit einer buchstäblich blutsaugerischen Aristokratie. Fantasievoll - intelligent.

Chinatown

USA 1974. 131 min, Detektivfilm mit Jack Nicholson. Eine Korruptionsaffäre bei der Planung eines großen Staudamms in den 30-er Jahren, deren gesellschaftliche und private Dimensionen durch die Nachforschungen eines Privatdetektivs ans Tageslicht kommen. An Raymond Chandlers Kriminalroman orientiert, jedoch weit darüber hinausgehende Auseinandersetzung mit der amerikanischen Wirklichkeit, nicht nur während der 30-er Jahre.

Wenn Katelbach kommt

England 1966, 111 min, Tragikomödie. Zwei geflohene Verbrecher dringen in die Einsamkeit eines nordenglischen Inselschlosses ein, das von einem biederen Ehepaar bewohnt wird. Während man vergeblich auf das Eintreffen des Gangsterbosses Katelbach wartet, entspinnt sich ein makabres Spiel um Macht und Abhängigkeit, bis der Hausherr den Terror eher zufällig in einem Gewaltakt beendet. Eine bitterböse Parabel auf die Kommunikationsstörungen der bürgerlichen Gesellschaft wie auch eine modellhafte Studie über das Entstehen von Gewalt und die Umkehrung von Herrschaftsverhältnissen.